Konzeptuelle Modellierung zur Förderung kommunikativer Verstehensprozesse – Entwurf eines Bewertungsrahmens für die Verwendung konzeptueller Modelle

Art der Arbeit:
  • Bachelorarbeit Wirtschaftsinformatik
  • Masterarbeit Wirtschaftsinformatik
Status:
Themenangebot
Ansprechpartner:

Kurzfassung

Motivation

Mit dem Einsatz konzeptueller Modelle in Organisationen wird u.a. das Ziel verfolgt ein besseres Verständnis von organisatorischen und informationstechnischen Aspekten zu erreichen. Dabei ist Verstehen alles andere als trivial und kann in einer weiten Fassung zunächst einmal als „eines unserer vorrangigen epistemischen Ziele“ (Scholz 1999, S. 7) begriffen werden und ist Gegenstand zahlreicher Disziplinen wie der Psychologie oder der Erkenntnistheorie. Aus Sicht sprachphilosophischer Kommunikations-, Bedeutungs- und Interpretationstheorien werden dabei das sprecherseitige Verstandenwerden und das Verstehen auf Seiten des Zuhörers als Ziele kommunikativer Handlung konzeptualisiert und untersucht. Dabei gilt es aus Sicht des Sprechers bspw. Äußerungen als einen von Regeln geleiteten und intentionalen Sprechakt zu konzipieren, wobei Verstehenstheorien u.a. Kreativität bei der Interpretation sprachlicher Äußerungen voraussetzen. Werden konzeptuelle Modelle nun als Ausdruck einer Modellierungssprache begriffen, so lassen sich aus der Forschung zu kommunikativen Verstehensprozessen einige Erkenntnisse ableiten, mit denen das Verstehen von den in konzeptuellen Modellen abgebildeten Sachverhalten verbessert werden kann. Hier wäre bspw. daran zu denken die Konversationsmaximen von Grice und der darauf aufbauenden Forschung auf den Umgang mit konzeptuellen Modellen zu adaptieren oder Überlegungen von Davidson zu nutzen, der mit seinen Ideen zur „radikalen Interpretation“ davon ausgeht, dass eine fremde Sprache zu interpretieren sei, was in der konzeptuellen Modellierung dem Umstand gleichkommt mit einem Modell einer unbekannten Modellierungssprache konfrontiert zu werden. In der hier ausgeschriebenen Abschlussarbeit gilt es wesentliche sprachphilosophische Kommunikations- Bedeutungs- und Interpretationstheorien zu identifizieren und zu beschreiben um daraus einen Bewertungsrahmen zu erstellen, der eine Bewertung von Situationen erlaubt in denen konzeptuelle Modelle für ein besseres Verständnis sorgen sollen. Der Bewertungsrahmen richtet sich dabei explizit nicht nur auf die konzeptuellen Modelle, sondern sollte auch Kriterien und Überlegungen für den Prozess der Modellerstellung selbst und der Modellverwendung bspw. durch Mitarbeiter einer Fachabteilung enthalten. Im Sinne einer konstruktionsorientierten Forschung ist die Anwendbarkeit des Bewertungsrahmens exemplarisch zu zeigen und zu evaluieren, um so Stärken und Schwächen offen zu legen.

Einstiegsliteratur

Davidson, D., & Schulte, J. (1986). Wahrheit und Interpretation. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Eco, U., & Memmert, G. (1992). Die Grenzen der Interpretation. Hanser.

Grice, H. P. (1979). Intendieren, Meinen, Bedeuten. Handlung, Kommunikation, Bedeutung. In: Meggle, Georg (Hg.), Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankfurt, S. 2-15.

Krämer, S. (2001). Sprache, Sprechakt, Kommunikation: Sprachtheoretische Positionen des 20. Jahrhunderts. Suhrkamp.

Scholz, O. R. (2001). Verstehen und Rationalität: Untersuchungen zu den Grundlagen von Hermeneutik und Sprachphilosophie. Klostermann.