Möglichkeiten der konzeptuellen Modellierung zur Darstellung von Datenschutzbestimmungen

Art der Arbeit:
Bachelorarbeit Wirtschaftsinformatik
    Status:
    Thema in Bearbeitung
    Ansprechpartner:

    Kurzfassung

    Motivation:

    Egal ob beim Einkauf im Internet, dem Chat mit Freunden oder gemeinsamer Projektarbeit in onlinebasierten Kollaborationswerkzeugen: Stets werden Daten zu und über Nutzer erhoben und durch Unternehmen für eigene Zwecke genutzt. Während Umfrageergebnisse darauf hindeuten, dass der Schutz der eigenen Daten nach wie vor von Benutzern als wichtig erachtet wird, zeigt bereits die tägliche Beobachtung, dass der Umgang mit eigenen Daten sorgloser wird - ein Phänomen das in der wissenschaftlichen Literatur unter dem Schlagwort 'privacy paradox' diskutiert wird. Als Teil dieses Phänomens zeigt sich dabei, dass Unternehmen die gesetzlich geforderten Datenschutzbestimmungen zwar anbieten, diese jedoch von Kunden nur flüchtig bis gar nicht gelesen werden, so dass sie weiterhin kaum wissen, welche Daten erhoben und weiter verarbeitet werden. Um die teilweise komplexen und umständlichen Formulierungen datenschutzrechtlicher Bestimmungen für Benutzer übersichtlicher und einfacher verständlich zu machen, bietet sich die Nutzung konzeptueller Modelle an: In Form von Diagrammen ermöglichen sie gegenüber textuellen Darstellungen eine übersichtlichere und einfachere Lesbarkeit, die sich u.a. aus der Aufhebung der bei Text üblichen seriellen Darstellung ergibt. Benutzer können auf diese Weise in die Lage versetzt werden, schneller zu erfahren welche Daten erhoben und verarbeitet werden um selbstbestimmter mit eigenen Daten umzugehen.

    Beschreibung:

    Mit dieser Abschlussarbeit soll eine Modellierungssprache vorbereitet bzw. entwickelt werden, welche die Darstellung datenschutzrechtlicher Informationen ermöglicht. Diagramme dieser Modellierungssprache sollen dabei Informationen in strukturierter Form präsentieren die gegenwärtig in textueller Form als Datenschutzbestimmungen den Nutzern von Onlineangeboten präsentiert werden. Dabei gilt es zentrale Anforderungen an die zu erstellende Modellierungssprache über gesetzliche Bestimmungen zu erarbeiten und über Szenarien oder die Evaluation bestehender Datenschutzbestimmungen zu ergänzen. Während die Erarbeitung von Anforderungen und ersten Diagrammen dem Erwartungshorizont einer Bachelorarbeit entspricht, gilt es im Rahmen einer Masterarbeit zumindest erste Teile einer Modellierungssprache zu erarbeiten und ihre exemplarische Anwendung zu demonstrieren.

    Einstiegsliteratur:

    • Frank, U (2011) Some Guidelines for the Conception of Domain-Specific Modelling Languages, in: EMISA Proceedings, S. 93-106, 2011
    • Frank, U (2011) Multi-Perspective Enterprise Modelling: Background and Terminological Foundation. ICB Research Report No. 46, Essen, 2011
    • Jentzsch, N (2014) Welchen Preis hat Privatsphäre? online
    • McDonald, Aleecia M., and Lorrie Faith Cranor. 2008. “The cost of reading privacy policies.” I/S: A Journal of
      Law and Policy for the Information Society. 4(3): 540-65.
    • Mernik, M et al. (2005) When and how to develop domain-specific languages, in: ACM Computing Surveys, 37 (4), S. 316-344, 2005
    • Taddicken, M (2014) The ‘Privacy Paradox’ in the Social Web, in: Journal of Computer-Mediated Communication, Volume 19, Issue 2, S. 248–273